Kopfschmerzen und Migräne | Ganzheitsmedizinische Leitlinie | Teil 1/2 

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten chronischen Beschwerden überhaupt.

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten chronischen Beschwerden überhaupt. Viele Menschen kennen dieses Gefühl, wenn der Kopf nicht nur schmerzt, sondern das ganze Leben enger wird: Licht wird zu viel, Geräusche werden zu viel, Alltag wird zu viel. Genau hier setzt die Diskussion rund um wikiSana an. Nicht nur Symptome dämpfen, sondern Brücken bauen zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin, zwischen Laborwert und Lebensrealität, zwischen Ursache und Wirkung.

In diesem ausführlichen Gespräch mit Dr. Markus Stark, Dr. med. Kurt Müller, Prof. Dr. Brigitte König und Prof. Dr. Dr. Stefan Brunnhuber wird deutlich: Migräne ist kein simples Kopfproblem. Sie kann hormonell, intestinal, mitochondrial, immunologisch, neurologisch und auch psychosozial geprägt sein. Wer nur auf den Schmerz schaut, übersieht oft das System dahinter. Wer nur auf das System schaut, übersieht manchmal den Menschen. Genau deshalb ist diese Art von Gespräch für wikiSana so wertvoll.

Die Sendung

Inhaltsverzeichnis

Das Gespräch im Überblick

Warum wird Migräne in der klassischen Medizin oft nur unterdrückt statt verstanden?

Der Einstieg ist klar und direkt: In der konventionellen Versorgung werden Kopfschmerzen und Migräne häufig primär symptomatisch behandelt. Schmerzmittel, Triptane oder andere dämpfende Präparate können Beschwerden lindern, aber die eigentliche Frage bleibt oft offen: Warum entsteht die Migräne überhaupt?

Dr. Markus Stark und Dr. Kurt Müller machen deutlich, dass dies ein Grundproblem moderner Medizin sei. Das System sei auf rasche Symptomkontrolle ausgerichtet. Die Ursachensuche hingegen sei zeitaufwendig, vielschichtig und häufig nicht in ein einfaches Standardprotokoll zu pressen. Gerade bei chronischen Beschwerden wie Migräne bedeute das für Betroffene oft eine lange Leidensgeschichte.

Expertenpanel im Kolloquium Medizin: Gespräch zu Kopfschmerzen und Migräne aus ganzheitlicher Perspektive

Damit wird gleich zu Beginn eine wichtige Leitfrage gesetzt: Will man Schmerzen nur leiser drehen oder möchte man verstehen, warum sie immer wiederkehren?

Welche ersten ganzheitlichen Hinweise gibt die Anamnese bei Migräne?

Ein zentrales Thema ist die sorgfältige Anamnese. Markus Stark beschreibt, dass bereits der Beginn der Beschwerden viel verraten kann. Bei vielen Frauen fällt auf, dass die Migräne erstmals mit Einsetzen der Menstruation auftritt. Noch auffälliger wird es, wenn in der Schwangerschaft plötzlich Ruhe einkehrt. Dann liegt der Verdacht nahe, dass hormonelle Faktoren eine wichtige Rolle spielen.

Besonders das Verhältnis von Östrogen und Progesteron wird als bedeutsam beschrieben. Progesteron wird in diesem Zusammenhang nicht nur als Hormon betrachtet, sondern als Regulator mit Einfluss auf beruhigende Signalwege im Gehirn. Wenn dieses Gleichgewicht kippt, kann die Reizschwelle sinken.

Schon hier zeigt sich das Grundprinzip der wikiSana-Perspektive: Der Kopf wird nicht isoliert betrachtet. Hormone, Zyklus, Lebensphase und individuelle Geschichte gehören mit auf den Tisch.

Welche Rolle spielt Magnesium im Gehirn bei Migräne?

Ein weiterer Schwerpunkt ist Magnesium. Markus Stark verweist darauf, dass Migränepatientinnen und -patienten im Durchschnitt weniger Magnesium im Gehirn aufweisen. Für ihn ist das kein Nebenschauplatz, sondern ein Kernmechanismus.

Sein Gedankengang ist folgender:

  • Zu wenig Magnesium begünstigt eine erhöhte Glutamat-Aktivität.
  • Glutamat aktiviert unter anderem den NMDA-Rezeptor.
  • Dadurch steigt die neuronale Erregbarkeit und Schmerz kann leichter ausgelöst werden.

Entscheidend sei dabei die Regelmäßigkeit. Magnesium müsse nicht gelegentlich, sondern konsequent über Wochen gegeben werden, damit der Spiegel im Gehirn überhaupt ansteigen könne. Genannt wird ein praxisnaher Ansatz mit etwa 600 mg täglich über mehrere Wochen.

Expertenpanel im Gespräch über Kopfschmerzen und Migräne bei wikiSana

Dr. Kurt Müller ergänzt, dass oral zugeführtes Magnesium bei schwer Betroffenen nicht immer ausreiche. In manchen Fällen setze er zu Beginn auch intravenöses Magnesium ein. Wichtig sei dann die Aufklärung, weil die Betroffenen während der Infusion teils deutliche Hitzewallungen verspüren könnten, was zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos sei.

Warum werden Taurin, Glycin und beruhigende Signalwege diskutiert?

Markus Stark nennt neben Magnesium auch Taurin und Glycin als Bausteine eines beruhigenden Ansatzes. Seine klinische Erfahrung: Diese Kombination könne das Nervensystem entspannen und die Schmerzneigung reduzieren.

Dr. Kurt Müller bringt hier eine wichtige Differenzierung ein. Glycin sei zwar grundsätzlich ein beruhigender Stoff, könne aber gleichzeitig am NMDA-Rezeptor eine aktivierende Rolle spielen. Deshalb müsse man genau hinschauen, in welcher Phase und bei welchem Patienten Glycin sinnvoll sei. Diese Passage zeigt sehr gut, wie ganzheitliche Medizin idealerweise funktioniert: nicht dogmatisch, sondern differenziert.

Das Ziel bleibt dennoch dasselbe. Die übererregte Schmerzverarbeitung soll beruhigt werden, nicht nur maskiert.

Welche Ernährungsschritte werden bei Migräne als besonders relevant beschrieben?

Ernährung zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch. Besonders deutlich wird dabei das Thema Gluten und Weizen. Markus Stark berichtet, dass er bei vielen Betroffenen einen konsequenten Verzicht empfiehlt. Seine Erfahrung sei, dass sich die Beschwerden bei einem großen Teil der Patientinnen schon nach wenigen Wochen deutlich bessern oder sogar ganz verschwinden.

Auch der Moderator der Expertenrunde Alexander Glogg bringt eine persönliche Erfahrung ein: Bei ihm verschwand eine langjährige Migräne erst, als er Nudelprodukte wegließ. Das ist kein Beweis für alle, aber ein starker Hinweis auf etwas Wichtiges: Ernährung kann ein Trigger sein, manchmal sogar der entscheidende.

Experte spricht im Interview über Migräne-Trigger und Histamin (Studiobild)

Außerdem wird auf Histamin hingewiesen. Nicht nur einzelne Lebensmittel sind relevant, sondern auch deren Lagerung. Je länger eiweißhaltige Nahrung gelagert wird, desto eher kann der Histamingehalt steigen. Für empfindliche Menschen können daher nicht nur Tomaten, Käse oder Rotwein problematisch sein, sondern auch vermeintlich gesunde Lebensmittel, wenn sie nicht frisch sind.

Passend dazu lohnt sich für viele Betroffene auch ein Blick auf allgemeine evidenzbasierte Informationen zu Migräne-Symptomen und Triggern oder auf die Grundlagen der Migräne bei NHS.

Warum spielt der Darm bei Kopfschmerzen und Migräne eine so große Rolle?

Wenn in diesem Gespräch ein Organ besonders häufig genannt wird, dann ist es der Darm. Fast alle im Panel sind sich einig: Wer Migräne wirklich verstehen will, muss den Darm mitdenken.

Die Argumentation verläuft über mehrere Ebenen:

  • Viele Betroffene haben parallel Darmbeschwerden.
  • Ein entzündeter oder durchlässiger Darm kann entzündungsfördernde Signalstoffe antreiben.
  • Störungen im Tryptophanstoffwechsel beeinflussen Serotonin und Schmerzempfinden.
  • Ungünstige Darmprozesse können neuroaktive und mitochondrienbelastende Stoffwechselprodukte erhöhen.

Besonders hervorgehoben wird die Verbindung zwischen Tryptophan, Serotonin und Schmerzregulation. Wenn zu wenig Serotonin zur Verfügung steht, steigt die Bedeutung von Substanz P, einem Botenstoff, der Schmerzen verstärkt. Klinisch sei ein Hinweis darauf vor allem ein brennender Schmerzcharakter.

Die Botschaft ist deutlich: Migräne beginnt oft nicht dort, wo sie sich zeigt. Der Schmerz sitzt im Kopf, aber die Vorgeschichte kann im Darm beginnen.

Was hat es mit Histamin und Mastzellaktivierung auf sich?

Ein weiterer ganz zentraler Baustein ist der Histaminstoffwechsel. Markus Stark berichtet von teils massiv erhöhten Histaminwerten bei Betroffenen. Dann stellt sich sofort die nächste Frage: Woher kommt die Überlastung?

Diskutiert werden unter anderem:

  • eine gesteigerte Histaminproduktion
  • eine eingeschränkte Abbauleistung
  • eine Mastzellaktivierung
  • genetische Unterschiede bei Enzymen wie DAO oder COMT

Wenn Histamin im Nervensystem eine Rolle spielt, kann das die Reizschwelle deutlich absenken. Dann werden Licht, Lärm, Vibrationen oder Nahrung plötzlich nicht mehr gut toleriert. Genau diese Überempfindlichkeit gehört für viele Migränebetroffene zum Alltag.

Interview mit Dr. Markus Stark über Histamin und Histaminstoffwechsel bei Migräne im wikiSana-Panel

Hier zeigt sich wieder die Brücke, die wikiSana schlagen möchte: Was in der Praxis oft wie ein diffuser Beschwerdekomplex wirkt, kann biochemisch und funktionell durchaus nachvollziehbar sein.

Welche Rolle spielen Mitochondrien bei Migräne?

Prof. Dr. Brigitte König macht sehr klar, dass Mitochondrien für sie praktisch immer mitgedacht werden müssen. Diese kleinen Kraftwerke der Zellen regulieren Energie, Redoxgleichgewicht, Membranfunktion und Stressantwort. Wenn sie nicht sauber arbeiten, kann das die Basis für sehr unterschiedliche Erkrankungen sein, darunter auch Migräne.

Sie unterscheidet mehrere Möglichkeiten:

  • Es fehlen Cofaktoren wie B-Vitamine.
  • Es fehlt an Schutzsystemen wie Glutathion.
  • Die innere Mitochondrienmembran ist funktionell gestört.
  • Einzelne Komplexe der Atmungskette laufen nicht sauber.
  • Die Regulation ist gestört, obwohl die Struktur noch relativ intakt ist.

Im Gespräch werden verschiedene unterstützende Ansätze genannt, darunter:

  • Coenzym Q10
  • ein B-Komplex
  • Riboflavin in höherer Dosierung
  • Magnesium

Gerade Riboflavin wird als interessant beschrieben. Es gebe positive Erfahrungen, dass 200 bis 300 mg täglich bei manchen Migränepatientinnen deutlich helfen können.

Expertenpanel beim Interview zu Migräne: Mitochondrien, Energieproduktion und unterstützende Mikronährstoffe

Wichtig ist aber die Einschränkung: Nicht jede mitochondriale Therapie passt für jeden. Auch NADH, Cholin, Betaine oder L-Carnitin können im falschen Stoffwechselmilieu kontraproduktiv sein. Es geht also nicht um pauschales Auffüllen, sondern um kluge Diagnostik und saubere Reihenfolge.

Kann ein HWS-Trauma oder mechanischer Stress Migräne mitauslösen?

Ja, dieser Punkt wird ausdrücklich angesprochen. Markus Stark weist darauf hin, dass frühere Stürze, Schleudertraumen oder andere HWS-Belastungen nach seiner Erfahrung eine wichtige Rolle spielen können. Dahinter steht insbesondere die erhöhte Bildung von Stickstoffmonoxid und nitrosativem Stress. Diese Prozesse können schmerzfördernd wirken, Mitochondrien belasten und wichtige Stoffwechselwege blockieren, etwa rund um Vitamin B12.

Dr. Kurt Müller erweitert diesen Gedanken um einen weniger bekannten Aspekt: Bestimmte Borrelienarten könnten kollagenabbauend wirken und dadurch ligamentäre Strukturen im Bereich der oberen Halswirbelsäule schwächen. Die Folge könne eine Instabilität mit ähnlichen funktionellen Folgen wie nach einem Schleudertrauma sein.

Außerdem wird das autonome Nervensystem als vermittelnde Ebene diskutiert. Eine Fehlstellung oder mechanische Irritation sei vielleicht nicht immer die alleinige Ursache, könne aber die Reizlage des Systems mitverschieben.

Welche Bedeutung haben Infektionen wie Borrelien, Epstein-Barr oder andere Reaktivierungen?

Im weiteren Verlauf wird der Blick noch breiter. Kurt Müller berichtet aus seiner praktischen Erfahrung, dass chronische oder reaktivierte Infektionen erstaunlich häufig mitlaufen. Er nennt vor allem Borrelien, Epstein-Barr-Virus und Cytomegalie. Nach seiner Einschätzung werden solche Mischbilder in Standardtests oft übersehen.

Hier geht es nicht um einfache Schlagworte, sondern um ein tieferes Prinzip: Ein chronisch überlastetes Immunsystem verändert die Reizverarbeitung. Wenn Immunabwehr, Entzündung, Darm und Mitochondrien gleichzeitig unter Druck geraten, kann Migräne Teil dieser Gesamtreaktion sein.

Expertenpanel im Gespräch zu Migräne und der Bedeutung von Infektionen und Reaktivierungen

Die Diagnostik sei anspruchsvoll, und genau deshalb wird wieder der Ruf nach erfahrenen Therapeuten laut, die nicht nur eine einzelne Schublade aufziehen, sondern mehrere Ebenen gleichzeitig betrachten.

Wie hängen Hormone, Schilddrüse und Östrogendominanz mit Migräne zusammen?

Das hormonelle Thema wird an mehreren Stellen vertieft. Besonders hervorgehoben wird die Östrogendominanz. Diese kann nach Darstellung des Panels nicht nur direkt inflammatorisch wirken, sondern auch die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Markus Stark sagt deutlich, dass viele Migränepatientinnen gleichzeitig eine schlecht eingestellte Schilddrüse hätten.

Zusätzlich wird auf genetische Unterschiede im COMT-Enzym hingewiesen. Wer Katecholamine und bestimmte Östrogenmetaboliten langsamer abbaut, kann empfindlicher auf hormonelle Schwankungen reagieren. Gerade Migräne rund um die Menstruation passt in dieses Bild.

Als praktische Unterstützung werden unter anderem genannt:

  • Magnesium
  • Vitamin B6
  • aktive Folatformen
  • Methylgruppenspender
  • in einzelnen Fällen Brokkoli oder Leinsamen zur Unterstützung des Östrogenstoffwechsels

Gleichzeitig wird davor gewarnt, Genpolymorphismen zu simpel zu interpretieren. Ein langsames COMT sei nicht pauschal schlecht. Entscheidend sei immer, wie Lebensstil, Hormone, Umwelt und Stoffwechsel konkret zusammenspielen.

Vier Experten im Interview bei wikiSana-Kollegium über Migräne, Schilddrüse und hormonelle Zusammenhänge

Welche praktischen Schritte nennt Dr. Markus Stark aus seiner Erfahrung?

Wer die vielen biochemischen Details hört, fragt sich schnell: Was heißt das nun konkret? Markus Stark bringt genau an dieser Stelle mehrere sehr praktische Schritte ins Spiel, die sich in seiner Arbeit bewährt hätten.

Zu seinem typischen Vorgehen gehören je nach Situation:

  • gründliche Anamnese mit Blick auf Zyklus, Schwangerschaft, Darm, Trauma und Ernährung
  • konsequente Magnesiumgabe über mehrere Wochen
  • Begleitung mit Taurin und je nach Einzelfall weiteren beruhigenden Stoffen
  • striktes Weglassen von Gluten und Weizen
  • Darmsanierung bei entsprechenden Hinweisen
  • Unterstützung des Serotoninstoffwechsels, zum Beispiel über Vorstufen wie 5-HTP
  • Prüfung einer hormonellen Mitbeteiligung und bei Bedarf bioidentische Unterstützung
  • Berücksichtigung von Histamin, Schilddrüse und Mitochondrien

Besonders eindrücklich ist sein Fallbeispiel einer Lehrerin mit jahrzehntelanger Migräne. Nach einer Kombination aus Ernährungsumstellung, Darmbehandlung, Mikronährstoffen und hormoneller Unterstützung verschwanden die Anfälle. Die Patientin musste danach nicht mehr ihr Leben um die Migräne herum organisieren, sondern konnte ihr Leben neu zurückerobern.

Warum gab es im Gespräch eine Debatte über Biochemie versus Psychosoziales?

Gegen Ende verändert das Gespräch die Perspektive. Prof. Dr. Dr. Stefan Brunnhuber bringt eine wichtige Grundsatzfrage ein. Er widerspricht nicht den biochemischen Zusammenhängen. Aber er warnt davor, sie mit Ganzheitsmedizin gleichzusetzen.

Sein Einwand ist tiefgreifend: Auch ein sehr komplexes biologisches Modell bleibt zunächst ein biologisches Modell. Wirklich ganzheitlich werde Medizin erst dann, wenn biochemische, psychologische, soziale, ökologische und spirituelle Faktoren gleichwertig nebeneinander stehen.

Dr. Markus Stark im Interview zur Einordnung von Biochemie und psychosozialen Faktoren bei Migräne
  • Stress
  • soziale Überforderung
  • Ungleichheit
  • ökologische Belastungen
  • Entfremdung von natürlichen Rhythmen

Kurt Müller und Markus Stark halten dagegen, dass sie in ihrer Praxis meist erst am Ende einer langen Reise ins Spiel kämen. Wenn Betroffene bereits alles versucht hätten und massiv litten, müsse man funktionell helfen. Wenn sich durch gezielte biochemische und funktionelle Therapie das Leben deutlich bessere, dann könne das Soziale allein nicht die primäre Ursache gewesen sein.

Diese Debatte ist keine Nebensache. Sie zeigt zwei Blickrichtungen, die sich nicht ausschließen müssen:

  • Die eine fragt: Was ist im System des einzelnen Menschen konkret entgleist und wie kann es reguliert werden?
  • Die andere fragt: In welcher Welt leben wir, dass so viele Systeme überhaupt entgleisen?

Gerade diese Spannung ist fruchtbar. Sie macht die Diskussion nicht kleiner, sondern größer. Und genau das entspricht dem Anspruch von wikiSana: nicht eindimensional denken, sondern Ebenen verbinden.

Was kann ein Mensch mit Migräne aus diesem Gespräch für sich mitnehmen?

Auch wenn nicht jede biochemische Einzelheit leicht zugänglich ist, sind die Kernbotschaften erstaunlich klar:

  • Migräne ist oft multifaktoriell.
  • Der Darm gehört fast immer mit in die Betrachtung.
  • Magnesium kann eine Schlüsselrolle spielen.
  • Histamin, Hormonlage und Schilddrüse sollten nicht übersehen werden.
  • Mitochondrien und Energieproduktion können beteiligt sein.
  • Traumata, HWS-Probleme und Infektionen verdienen Aufmerksamkeit.
  • Ernährung kann nicht nur Nebensache, sondern Haupttrigger sein.
  • Psychosoziale Belastungen wirken mit, auch wenn sie nicht jede Migräne allein erklären.

Vor allem aber wird deutlich: Es lohnt sich, weiterzufragen. Nicht resignieren, nicht nur aushalten, nicht nur dämpfen. Wenn eine Brücke zwischen Ursache und Wirkung gebaut wird, entsteht oft wieder Hoffnung.

FAQ zu Migräne, Kopfschmerzen und wikiSana

Ist Magnesium bei Migräne wirklich sinnvoll?

Im Gespräch wird Magnesium als einer der wichtigsten Basisfaktoren beschrieben. Entscheidend ist weniger die Einmaleinnahme als die regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen. In schweren Fällen wird sogar eine intravenöse Gabe diskutiert.

Warum wird bei Migräne so oft über den Darm gesprochen?

Weil Darm, Immunsystem, Histamin, Tryptophanstoffwechsel und Entzündungsprozesse eng mit dem Nervensystem verbunden sind. Viele Betroffene haben parallel Verdauungsbeschwerden oder Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel.

Kann Weizen oder Gluten Migräne auslösen?

Nach den Erfahrungen im Gespräch ja, zumindest bei einem Teil der Betroffenen. Ein konsequenter Auslassversuch über mehrere Wochen kann deshalb sinnvoll sein, wenn der Verdacht besteht.

Welche Rolle spielen Hormone bei Migräne?

Vor allem bei Frauen kann die Migräne eng mit dem Zyklus, einer Östrogendominanz, Progesteronmangel oder einer begleitenden Schilddrüsenstörung verbunden sein. Hinweise liefern oft Menstruation, Schwangerschaft und Lebensphase.

Sind Mitochondrien bei Migräne nur ein Randthema?

Nein. Im Gespräch werden sie als zentrale Schaltstelle für Energie, Stressantwort und Zellregulation beschrieben. Unterstützend werden unter anderem Riboflavin, Coenzym Q10, Magnesium und B-Vitamine genannt, allerdings nicht pauschal für jeden Fall.

Geht es bei Migräne nur um Biochemie?

Nein. Genau darüber wird intensiv diskutiert. Die biochemische Ebene ist wichtig, aber aus psychosomatischer Sicht gehören auch Lebensstil, soziale Belastungen, Stress, Umwelt und innere Resilienz zur Gesamtbetrachtung.

Weitere Ressourcen

Wer die Brücke zwischen fundierter Information und praktischer Orientierung weitergehen möchte, findet auf wikiSana vertiefende Inhalte, Suchfunktionen und thematische Einordnungen. Besonders hilfreich sind die ganzheitsmedizinischen Leitlinien, die komplexe Erkrankungen systematisch aus mehreren Blickwinkeln beleuchten.

Zusätzlich bietet die Plattform über 10.000 Sendungen in einer einzigartigen Streaming-Datenbank. Mithilfe von KI-Sana lassen sich relevante Inhalte gezielt suchen und finden. Hinter diesem Wissensraum stehen nach Angaben der QS24 Mediengruppe AG und wikiSana über 850 renommierte Ärzte und Wissenschaftler als Experten und Referenten, darunter auch Mitglieder eines wissenschaftlichen Gremiums, das Forschungsprojekte begleitet und den jährlichen Gesundheits-Award organisiert.

Wer sich orientieren möchte, findet über die Mitgliedschaft bei wikiSana einen strukturierten Zugang zu vertiefenden Inhalten. Wer lieber zunächst regelmäßig Impulse erhalten möchte, kann sich direkt für den wikiSana Newsletter anmelden.

Der Gesundheitskompass als Wegweiser

Ein besonderes Herzensprojekt ist der QS24 Gesundheitskompass. Die erste Ausgabe erreichte bereits eine verteilte Auflage von 140’000 Exemplaren und traf damit einen Nerv: Menschen suchen nach verständlicher, fundierter und zugleich ganzheitlicher Orientierung.

Die zweite Ausgabe erschien im Mai 2026 und markierte einen neuen Meilenstein. Mit einer Auflage von über 1 Million Exemplaren, davon rund 580.000 direkt im D-A-CH-Raum verteilt, erreicht der Gesundheitskompass eine Leserschaft, die sich nach echter Gesundheitsbildung, Prävention und einer erweiterten Sicht auf Medizin sehnt.

Wer also nicht nur einzelne Informationen sammeln, sondern einen echten Gesundheitsweg gestalten möchte, findet im Gesundheitskompass und auf wikiSana eine wertvolle Begleitung. Ergänzend kann auch ein Blick auf die QS24 Plattform sinnvoll sein.

Wenn dieses Gespräch eines zeigt, dann dies: Zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin muss kein Graben sein. Es kann eine Brücke sein. Zwischen Symptom und Ursache muss keine Sackgasse sein. Es kann ein Weg sein. Und zwischen Leidensdruck und Hoffnung liegt manchmal nur die richtige Frage zur richtigen Zeit.

Von Herzen alles Gute für Ihren Weg mit mehr Klarheit, mehr Orientierung und mehr Gesundheit.

Herzlich,
Alexander Glogg

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